Schaeferhund_fussband_textArthrose

Die Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, die man vermehrt beim älteren Hund findet. „Unter Degeneration versteht man die Entartung von Strukturen oder Funktionen einer Zelle in Folge einer Schädigung derselben.“

Die Arthrose beruht vorwiegend auf einer Unstimmigkeit zwischen Beschaffenheit beziehungsweise Leistungsfähigkeit der Gelenkpartner. Dies kann durch verschiedene Erscheinungsbilder hervorgerufen werden:

  • durch die Verletzungen eines Gelenks, eventuell bei einem Unfall beim Spielen
  • durch Gelenkinstabilitäten (wie zum Beispiel der Hüft- und Ellenbogendysplasie oder nach Kreuzbandriss)
  • durch Fehlstellungen der Gliedmaßen (wie zum Beispiel bei X- und O-Beinen)
  • durch Wachstumsstörungen
  • durch Knochenbrüche
  • und – ganz wichtig – durch Übergewicht

In den Gelenken wirken ganz natürliche Kräfte, die man als Zug-, Druck- und Scherkräfte bezeichnet. Liegt aber eines der oben genannten Erscheinungsbilder vor, dann kommt es – durch diese Kräfte – am Knorpel zu Stellen mit unnatürlich hoher Belastung. Dadurch wird der Knorpel angegriffen, geschädigt und verliert seine Elastizität und Gleitfähigkeit. In Folge kommt es am darunter liegenden Knochen zu Umbauprozessen (zum Beispiel zu Verhärtungen, zu Deformierungen). Letztendlich entstehen an den Gelenkrändern knöcherne Zubildungen, die im fortgeschrittenen Stadium der Arthrose ein blumenkohlartiges Aussehen haben. Auch die das Gelenk umgebenden Strukturen wie Muskeln und Bänder werden in Mitleidenschaft gezogen.

Als Symptome einer Arthrose sind zu nennen: Morgensteifheit, Anlaufschmerzen, Schmerzen bei Wetterumschwüngen und nasskaltem Wetter, schmerzbedingte leichte bis starke Lahmheit, Bewegungseinschränkungen der Gelenke, Muskelschwund durch Schonung, schmerzhafte Muskelverspannungen durch Fehlbelastung, eventuell entsteht auch ein Gelenkerguss. Dieser äußert sich durch eine Schwellung am Gelenk und auch hier können Schmerzen hinzukommen.

Wichtig und interessant zu wissen ist, dass zwischen dem Schweregrad der krankhaften Gelenkveränderung und der Schmerzhaftigkeit oftmals keine Beziehung besteht. Für Schmerzen bei einer Arthrose ist die Lahmheit das auffälligste Zeichen. Aber auch die allgemeine Unlust sich zu bewegen, zu spielen oder die Weigerung ins Auto zu springen weisen auf Schmerzen hin. Im Sitz und im Platz kippen die Hunde gerne zu der schmerzhaften Seite, um diese zu stabilisieren.

Im Vordergrund der Behandlung der Arthrose steht die Schmerzreduktion, bei der die Physiotherapie unterstützend und ergänzend zu Tierarzt oder Tierheilpraktiker tätig werden kann. Massage zur Muskelentspannung, manuelle Therapie zur Verbesserung, zum Erhalt oder zum Wiedererlangen der Gelenkbewegung, Akupunktur mit Low-Level-Laser, Magnetfeldtherapie, Elektrotherapie, Osteopathie und nicht zuletzt die Gerätetherapie zur Stabilisierung können hier zum Einsatz kommen.